Die Kultur.Region.Niederösterreich begrüßte am gestrigen Freitagnachmittag im Schubertsaal des Schlosses Atzenbrugg zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Ehrenamt, Vereinen, Kunst, Kultur, Medien und Politik, allen voran Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, um „25 Jahre Service Freiwillige Niederösterreich“ zu feiern.
„Wenn es unsere 25.000 Vereine und 800.000 Ehrenamtlichen nicht gäbe, wie viel ärmer wäre unser Land“, so die Landeshauptfrau eingangs. Deshalb feiere man dieses 25-jährige Jubiläum mit Freude und stelle dabei die Menschen in den Mittelpunkt, „die nicht die Hand aufhalten und fragen, was sie bekommen, sondern die anderen ihre Hand reichen.“
Mikl-Leitner zeigte sich überzeugt: „Für andere da sein und miteinander etwas bewegen liegt in der DNA der niederösterreichischen Landsleute.“ Deshalb habe man vor 25 Jahren mit dem „Service für Freiwillige“ eine Anlaufstelle gegründet, um Ehrenamtliche und Vereine zu unterstützen. Vor zwei Jahren habe man diesen Service auf eine neue Stufe gehoben: „Mit der Gründung des Freiwilligencenter Niederösterreich mit Fokus auf Beratung, Bildung und Begegnung.“ Mehr als 1.000 Beratungen im Jahr, juristische und steuerrechtliche Unterstützung durch den Freiwilligenanwalt und die Freiwilligensteuerberaterin, eine Freiwilligenversicherung sowie zahlreiche Aus- und Weiterbildungen, etwa zum Freiwilligenkoordinator und zur Freiwilligenkoordinatorin, seien nur ein Auszug aus dem Angebot des Freiwilligencenters, so Mikl-Leitner.
Die Gesellschaft und damit auch das Vereinsleben und das Ehrenamt hätten sich in den letzten Jahren verändert, erklärte sie. Mit dem Freiwilligencenter habe man die Rahmenbedingungen geschaffen, um jede Form des freiwilligen Engagements niederschwellig zu unterstützen. „Denn es ist egal, ob sich die Menschen nur ein paar Stunden in ihrer Freizeit engagieren wollen oder ein Leben lang – alle leisten einen unschätzbaren Beitrag für unsere Gesellschaft und sind vor allem wertvolle Vorbilder für unsere Jungen“, sagte die Landeshauptfrau. Überhaupt sei es besonders wichtig, wieder mehr junge Menschen zu motivieren, sich ehrenamtlich und in Vereinen zu engagieren. Das sei heute schwierig, denn das Leben vieler junger Menschen funktioniere nur noch online. „Aber ich bin überzeugt: Je schneller, digitaler und anonymer die Welt wird, desto zentraler wird die Rolle von Ehrenamt und Vereinen.“
Ehrenamt dürfe keine Selbstverständlichkeit sein, man müsse es immer wieder hochhalten und würdigen, unterstrich Mikl-Leitner abschließend. Für den Einsatz, das Engagement und die Vorbildfunktion wolle man sich besonders bedanken. „Deshalb werden wir das Jahr 2027 auch zum Jahr der Freiwilligen ausrufen und damit ihre Leistungen würdigen, Menschen verbinden und gemeinsam an der Zukunft des Ehrenamts arbeiten“, kündigte die Landeshauptfrau an.
Konrad Tiefenbacher, zuständig für Projektmanagement und Vereinswesen im Freiwilligencenter, sprach im Interview über wichtige Aspekte der kostenlosen Servicehotline des Freiwilligencenters. „Wir hören zu, nehmen Ängste, holen die Leute ab, beraten und suchen gemeinsam nach Lösungen“, sagte er. Susanne Schmid, ebenfalls im Projektmanagement und Vereinswesen engagiert, gab unter anderem einen Ausblick auf die Freiwilligenwoche, „die wir heuer zum zweiten Mal anbieten und bei der von 2. bis 8. November alle Trägerorganisationen mit Angeboten vom Tag der offenen Tür bis zu Onlinevorträgen Interessierten einen Überblick geben.“
Die Akademieleiterin im Freiwilligencenter, Helga Steinacher, meinte, es sei wichtig, Vereine in Zukunft neu zu denken. „Wir müssen weg vom Pflichtehrenamt, hin zu einer Sinngemeinschaft. Und wir müssen auch die Erfahrungen und Kompetenzen junger Menschen mehr in die Freiwilligenarbeit einbeziehen.“
Die Obfrau der Dorf- und Stadterneuerung, Maria Forstner, die bereits bei der Gründung des „Service Freiwillige Niederösterreich“ 2001 dabei war, sprach über den Antrieb, sich zu engagieren, aber auch über die Idee hinter der Gründung: „Wir wollten eine Servicestelle für alle Vereine in Niederösterreich, um niederschwellig Informationen und Weiterbildungen bieten zu können.“
Im Rahmen des Festaktes wurde der Gemeinde Atzenbrugg die Plakette „Verlässlich echt“ der Kultur.Region.Niederösterreich verliehen. Musikalisch gestaltet wurde die Jubiläumsfeier im Schloss Atzenbrugg von Amadeus Brass.
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„Für andere da sein und miteinander etwas bewegen liegt in der DNA der niederösterreichischen Landsleute“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

25-jähriges Jubiläum des „Service Freiwillige in Niederösterreich“ im Schloss Atzenbrugg.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner überreicht Bürgermeisterin Beate Jilch für die Gemeinde Atzenbrugg die Plakette „Verlässlich echt“ der Kultur.Region.Niederösterreich.
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