Gleich vier Nominierungen für den renommierten Nestroy-Theaterpreis 2026 gehen an zwei Aushängeschilder der niederösterreichischen Theaterlandschaft: das Landestheater Niederösterreich und die Festspiele Reichenau. Mit Caroline Baas, paula lew van well, Tim Werths und der Inszenierung von Leo Tolstois „Krieg und Frieden“ stehen herausragende schauspielerische Leistungen, junge Dramatik und große Inszenierungskunst im Rampenlicht. Diese Nominierungen zeigen eindrucksvoll, welche künstlerische Qualität, kreative Kraft und überregionale Strahlkraft in Niederösterreichs Bühnen stecken.
„Vier Nominierungen für das Landestheater Niederösterreich und die Festspiele Reichenau sind ein eindrucksvoller Beweis für die künstlerische Strahlkraft unseres Theaterlandes und eine wunderbare Anerkennung für die Künstlerinnen und Künstler, aber auch für all jene, die hinter den Kulissen mit Leidenschaft, Können und Herzblut Theater auf höchstem Niveau ermöglichen. Wir investieren ganz bewusst in eine vielfältige, mutige und blühende Kulturlandschaft – diese Nominierungen zeigen einmal mehr, welch großartige Früchte dieses gemeinsame Engagement trägt. Ich gratuliere allen Nominierten von Herzen!“, so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.
Gleich doppelt dürfen die Festspiele Reichenau jubeln: Leo Tolstois monumentales Werk „Krieg und Frieden“ in der Regie von Philipp Hauß ist als „Beste Bundesländer-Aufführung“ nominiert. Zugleich darf sich Tim Werths für seine Darstellung des Fürsten Andrei Bolkonski Hoffnungen auf die begehrte Auszeichnung in der Schauspielkategorie machen.
Damit findet eine außergewöhnliche Produktion, die im Rahmen der Jubiläumssaison „100 Jahre Theater Reichenau“ zu erleben war, auch über Niederösterreich hinaus höchste Anerkennung. Regisseur Philipp Hauß, der bereits mehrfach bei den Festspielen Reichenau inszenierte, brachte mit „Krieg und Frieden“ einen der großen Stoffe der Weltliteratur auf die Bühne. Tim Werths, der 2025 in „Der Gott des Gemetzels“ sein Reichenau-Debüt feierte, überzeugte in der Rolle des Fürsten Andrei Bolkonski.
Für die künstlerische Leiterin Maria Happel sind die Nominierungen eine besondere Freude: „Was für eine Freude! Ich gratuliere Philipp Hauß und Tim Werths von Herzen zu den Nestroy-Nominierungen! Damit werden die intensive und leidenschaftliche Arbeit an ‚Krieg und Frieden‘ und damit das gesamte Ensemble und die Festspiele Reichenau belohnt!“
Die Auszeichnungen unterstreichen zugleich den erfolgreichen künstlerischen Weg, den Maria Happel seit 2022 als Leiterin der Festspiele Reichenau prägt. Mit künstlerischem Anspruch, neuen Perspektiven und der Öffnung für neue Publikumsschichten hat sie die Festspiele entscheidend weiterentwickelt. Dass ihr Vertrag kürzlich bis 2030 verlängert wurde, ist ein starkes Zeichen der Kontinuität und des Vertrauens in diesen Erfolgsweg. Die diesjährige Jubiläumssaison zählte zu den erfolgreichsten in der Geschichte des Hauses.
Auch am Landestheater Niederösterreich ist die Freude groß: Zwei Nestroy-Nominierungen würdigen sowohl herausragende schauspielerische Leistungen als auch die gezielte Förderung junger Talente.
Caroline Baas ist für ihre Darstellung der Mascha in Anton Tschechows „Die Möwe“, inszeniert von Max Lindemann, in der Kategorie „Beste Darstellung einer Nebenrolle“ nominiert. Die Ensemble-Schauspielerin begeistert mit ihrer präzisen, vielschichtigen Rollengestaltung und ist auch in der aktuellen Spielzeit unter anderem in „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ und „Faust Gretchen Margarete“ zu erleben.
Mit paula lew van well darf sich zudem ein vielversprechendes Talent der jungen Dramatik über eine Nominierung in der Kategorie „Bester Nachwuchs“ freuen. Ihr Stück „der mund wenn er kippt ist ein teich“, inszeniert von Anne Bader, wurde im Rahmen des Stückefestes 2025 mit dem Peter Turrini-Dramatikerstipendium des Landes Niederösterreich ausgezeichnet und gefördert. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit der Literaturförderung des Landes Niederösterreich, dem Dramaforum der uniT Graz und dem Institut für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst Wien.
Gerade diese Nominierung zeigt, wie wichtig es ist, jungen künstlerischen Stimmen Raum zu geben und neue Talente frühzeitig auf ihrem Weg zu begleiten. Mit dem vom Land Niederösterreich dotierten Peter Turrini-Dramatikerstipendium wird diese Nachwuchsförderung auch in Zukunft konsequent fortgesetzt.
Patricia Nickel-Dönicke, Künstlerische Leiterin des Landestheaters Niederösterreich, betont: „Ich freue mich sehr, dass unser Ensemblemitglied Caroline Baas in dieser Kategorie nominiert worden ist. Sie ist eine wunderbare Kollegin, die auch in den aktuellen Produktionen durch ihre fein gearbeiteten Figuren die große Bandbreite ihrer Rollengestaltung ausspielt und damit ihr Publikum begeistert.“
Auch die Nachwuchsnominierung sieht Nickel-Dönicke als Bestätigung des eingeschlagenen Weges: „Mit der Nominierung von paula lew van well zeigt sich, wie wichtig die Förderung der jungen Dramatik ist.“
Vier Nominierungen, zwei profilierte Theaterinstitutionen und ein gemeinsames Erfolgsrezept: Niederösterreich setzt auf künstlerische Exzellenz, die Förderung junger Talente und starke, nachhaltig entwickelte Kulturinstitutionen.
Die Festspiele Reichenau und das Landestheater Niederösterreich stehen dabei beispielhaft für die Vielfalt und Qualität der niederösterreichischen Theaterlandschaft. Hier werden große literarische Stoffe neu interpretiert, herausragende Schauspielpersönlichkeiten gefördert und künstlerische Experimente ermöglicht.
Am Sonntag, dem 22. November 2026, richtet sich der Blick nach Wien: Dann werden die Nestroy-Theaterpreise im Volkstheater verliehen. Die vier niederösterreichischen Nestroy-Nominierungen 2026 im Überblick: Beste Bundesländer-Aufführung: „Krieg und Frieden“, Regie Philipp Hauß, Festspiele Reichenau. Beste Schauspielerleistung: Tim Werths als Fürst Andrei Bolkonski in „Krieg und Frieden“, Festspiele Reichenau.
Beste Darstellung einer Nebenrolle: Caroline Baas als Mascha in „Die Möwe“, Landestheater Niederösterreich. Bester Nachwuchs: paula lew van well für „der mund wenn er kippt ist ein teich“, Landestheater Niederösterreich.
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