Im Sinne des Gesundheitsplans 2040+ wird das Tumornetzwerk Niederösterreich der NÖ Landesgesundheitsagentur (NÖ LGA) weiter ausgebaut. Durch die enge Zusammenarbeit und die Expertise der Spezialistinnen und Spezialisten in den Klinikstandorten sollen die Krebspatientinnen und -patienten davon profitieren – unabhängig davon, an welchem niederösterreichischen Klinikum die Behandlung beginnt.
Jedes Jahr erhalten in Österreich rund 48.000 Menschen eine Krebsdiagnose, rund 9.700 davon in Niederösterreich. Diese Diagnose verändert den Alltag von einem Moment auf den anderen für die Betroffenen und deren Angehörigen. Gleichzeitig bieten die medizinischen Fortschritte neue Behandlungsmöglichkeiten und Grund zur Zuversicht: Viele Tumorerkrankungen können heute gezielter und oftmals erfolgreicher behandelt werden. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 30.000 Patientinnen und Patienten mit einer onkologischen Diagnose in den Kliniken der NÖ Landesgesundheitsagentur behandelt.
Im Zuge einer Pressekonferenz stellt Landesrat Anton Kasser klar: „Jede Patientin und jeder Patient kann sich darauf verlassen, die bestmögliche onkologische Versorgung zu bekommen – unabhängig vom Wohnort und davon, an welchem Klinikstandort in Niederösterreich die Behandlung beginnt.“
Mit dem niederösterreichweiten Tumornetzwerk wird die Zusammenarbeit der Klinikstandorte gezielt weiterentwickelt. „Unsere Medizinerinnen und Mediziner aber auch Pflege- und Fachkräfte können auch besonders komplexe Fälle oder Krankheitsbilder gemeinsam beurteilen, Erfahrungen austauschen und individuelle Therapieentscheidungen auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse treffen. Als erstes Teilprojekt des Tumornetzwerks wurde das hämatoonkologische Tumorboard etabliert - Anfang des Jahres 2026 in allen Klinikstandorten, die onkologische Patientinnen und Patienten behandeln, angebunden. Rund 1000 Patientinnen und Patienten konnten von den Vorteilen dieses Experten-Netzwerks profitieren. In dieser gemeinsamen fachlichen Besprechung werden insbesondere Erkrankungen des Blutes und des blutbildenden Systems beraten. Das Tumorboard hat sich bereits gut etabliert und daher bauen wir gerade eine stärkere Vernetzung auch bei anderen Krebsarten auf – wie beispielsweise bei der Behandlung von Lungenkrebs sowie von Tumoren des Gehirns und des Nervensystems“, erklärt NÖ LGA Vorständin Elisabeth Bräutigam die weiteren Vorhaben.
Darüber hinaus ist ein zentrales molekulares Tumorboard in Erarbeitung: Dabei werden die genetischen und molekularen Eigenschaften einer Krebserkrankung genauer untersucht. Auf dieser Grundlage können die Expertinnen und Experten beurteilen, ob eine gezielte Therapie infrage kommt oder welche weiteren Behandlungsmöglichkeiten bestehen, wenn eine bisherige Therapie nicht ausreichend wirkt. Das Rückgrat des Erfolgs bildet ein gemeinsames, klinikübergreifendes Onkologisches Informationssystem, das allen Beteiligten zur Verfügung steht und eine Zusammenarbeit ermöglicht.
„Im Mittelpunkt bei allen Vorhaben steht dabei die Vernetzung der medizinischen Expertise: Patientinnen und Patienten sollen weiterhin möglichst wohnortnah versorgt werden und zugleich vom Wissen und der Erfahrung der gesamten niederösterreichischen Onkologie-Expertise profitieren“, betont Anton Kasser.
Neben der Vernetzung der Expertise sollen auch die derzeit sieben zertifizierten onkologischen Zentren (Wiener Neustadt und St. Pölten im Bereich Brust, Krems bei Lunge und Prostata sowie Mistelbach, Horn, Baden-Mödling und Amstetten ebenfalls im Bereich Brust) weiterentwickelt werden. Drei weitere Zertifizierungen sind derzeit geplant: in St. Pölten für gynäkologische Tumore, in Krems für Brust sowie in Horn für Darm und Bauchspeicheldrüse.
„Das Tumornetzwerk Niederösterreich ist ein gemeinsames Qualitätsprojekt der Kliniken. Ziel ist, die onkologische Versorgung im Sinne des Gesundheitsplans 2040+ langfristig auf höchstem Niveau sicherzustellen und weiterzuentwickeln“, so der Landesrat abschließend.
Weitere Informationen: NÖ LGA Medienservice, E-Mail: medienservice@noe-lga.at
Rückfragen & Information
Landesamtsdirektion/Öffentlichkeitsarbeit Doris Zöger Tel.: 02742/9005-13314
E-Mail: presse@noel.gv.at
Landhausplatz 1
3109 St. Pölten
