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02.04.2025 | 09:33

Ukraine-Delegation: LH Mikl-Leitner im engen Austausch mit Kyjiws Bürgermeister Klitschko und ukrainischen Politikern

Wirtschaftsmission forciert Geschäftsbeziehungen zu ukrainischen Unternehmen

Bürgermeister Vitali Klitschko und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im Gespräch.
Bürgermeister Vitali Klitschko und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im Gespräch.© NLK BurchhartDownload (0.3Mb)

Der zweite Tag der Ukraine-Delegationsreise stand wiederum im Zeichen des Aufbaues von wirtschaftlichen Beziehungen zwischen österreichischen und ukrainischen Unternehmen und der Zusammenarbeit auf Verwaltungsebene. Dazu gab es einerseits Termine, angeführt von Industriellenvereinigung NÖ Präsident Kari Ochsner, mit Wirtschaftsvertretern in Kyjiw. Andererseits untermauerte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner die Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Oblast Kyjiw. Dazu traf sie Bürgermeister Vitali Klitschko und Gouverneur Mikola Kalaschnyk. Weiters gab es ein Treffen mit der stellvertretenden Ministerin für Gemeinden und Territorien, Marina Denisyuk.

Die Landeshauptfrau sagte, dass wir „nicht nur humanitär, sondern auch beim Aufbau der Wirtschaft helfen wollen. Es gibt großen Bedarf unter anderem in der Verkehrsinfrastruktur, Bahninfrastruktur, im Wohnbau, bei erneuerbarer Energie und der Abfallwirtschaft. Niederösterreich als größtes Bundesland Österreichs hat in all diesen Bereichen große Erfahrung und Know-how. Denn wir haben den hohen Anspruch, dass sich die ländlichen Regionen genauso entwickeln können wie die städtischen.“ Hier erkenne Mikl-Leitner großen Bedarf seitens der Ukraine. Deshalb gelte es nun „die Zukunft gemeinsam mit der Ukraine zu gestalten“, deswegen sei man „zur rechten Zeit am rechten Ort. Denn für uns ist es wichtig, dass es eine Win-Win-Situation für beide Seiten wird“, sagte sie und prognostizierte den österreichischen Unternehmen einen guten Absatzmarkt in der Ukraine.

Die Landeshauptfrau sagte im Gespräch mit Bürgermeister Vitali Klitschko: „Es gebührt der Ukraine die volle Unterstützung. Wir sind bereit, die Partnerschaft mit der Ukraine weiter zu stärken und wir wollen sie voll und ganz beim Wiederaufbau unterstützen. Denn Österreich und Niederösterreich sind bekannt, nicht nur in guten Zeiten zu unterstützen, sondern auch in schlechten Zeiten.“

Bürgermeister Klitschko hieß die Delegation „herzlich willkommen in Kyjiw“ und bedankte sich für die Unterstützung in der schwierigen Zeit. Klitschko unterstrich, dass „wir Teil der europäischen Familie werden wollen. Wir verteidigen nicht nur unser Land, unsere Städte und unsere Werte, sondern Europa.“ Der größte Wunsch jedes Ukrainers sei das Kriegsende und das Land wieder aufzubauen. Zudem gelte es, Reformen umzusetzen und die Bereiche Infrastruktur, Energie, Management, Wasserleitungen und den kommunalen Bereichen zu erneuern. Hier könne sich Niederösterreichs Wirtschaft einbringen.

Beim Besuch der Regionalverwaltung des Oblast Kyjiw sagte die Landeshauptfrau, dass man die sehr intensive Kooperation mit der Ukraine und dem Oblast aus dem Jahr 2020 vertiefen werde: „Denn die Ukraine steht vor ganz großen Herausforderungen, was den Wiederaufbau betrifft.“ Dazu hat man auch ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, um die Modernisierung und die Zusammenarbeit der Verwaltung voranzutreiben sowie den Austausch von Knowhow im Gesundheitsbereich zu forcieren. „All das ist vorbereitet und ich denke, dass es ganz viele Möglichkeiten gibt zu unterstützen“, so Mikl-Leitner, die von ganz vielen Erfahrungen sprach, „von denen der Oblast Kyijw profitieren kann und von denen auch Niederösterreich profitieren wird.“

Industriellenvereinigung NÖ Präsident Kari Ochsner sagte, dass man zwei beeindruckende Tage hinter sich habe, wo man erschüttert sei über die Zerstörung. „Sehr beeindruckt sind wir aber, wie sehr die Menschen hier kämpfen.“ Die Wirtschaftsgespräche in der Ukraine haben „auf Toplevel stattgefunden und wir haben viele konkrete Themen besprochen. Den ukrainischen Amts- und Verantwortungsträgern ist bewusst, welche Stärken Niederösterreich mitbringt.“ Laut Ochsner „denkt die Ukraine modern, zukunftsträchtig und unabhängig. Wir haben uns vorgenommen, dran zu bleiben. Diese Wirtschaftsreise war ein Kickoff, jetzt geht es darum weiterzutun und in die Geschäfte zu kommen.“

Der Gouverneur des Oblast Kyjiw, Mikola Kalaschnyk, sagte, man begehe das dritte Kriegsjahr und zähle mittlerweile 18.000 zerstörte Privathäuser, 1.700 zerstörte Hochhäuser und sehr viele zerstörte Objekte wie Schulen und Kindergärten. Rund 70 Prozent davon wurden bereits wiederaufgebaut. Laut Kalaschnyk habe der Wiederaufbau von Wohnhäusern und die Rückkehr der einheimischen Bevölkerung Priorität. „Wir erneuern unsere Objekte nicht nur, sondern modernisieren sie.“ Kalaschnyk betonte, man freue sich auf die Zusammenarbeit mit der niederösterreichischen Wirtschaft.

Die stellvertretende Ministerin für Gemeinden und Territorien, Marina Denisyuk, unterstrich, dass man die Anzahl der österreichischen Unternehmen in der Ukraine steigern möchte: „Wir stehen vor der Möglichkeit, unsere Partnerschaft zu vertiefen. Im Verkehr, im Infrastrukturbereich, in der Kommunalwirtschaft, im Wohnungsbau und im Abfallmanagement verfügen sie über viel Fachwissen und dadurch können sie die Ukraine voranbringen“, attestierte sie Niederösterreich in diesen Bereichen sehr große Expertise. Auch die niederösterreichischen Erfahrungen im ländlichen Bereich seien laut Denisyuk für die Ukraine sehr wichtig: „Wir würden ihre Erfahrungen gerne übernehmen und unsere Regionen nach dem Vorbild Niederösterreichs entwickeln.“

Ecoplus-Aufsichtsratsvorsitzender Jochen Danninger sagte, Niederösterreich und den Oblast Kyjiw verbinde nicht nur eine enge Kooperation, sondern auch eine tiefe Freundschaft. Deswegen werde man das vor einigen Jahren geschlossene Memorandum of Understanding weiter vertiefen und ein zweites Memorandum unterzeichnen. Laut Danninger gehe es auch darum, Unternehmer noch weiter zusammenzubringen.

Neben den hochrangigen politischen Treffen haben die niederösterreichischen Unternehmen maßgeschneidert viele Unternehmen und Wirtschaftsvertreter in Kyjiw getroffen. Unter anderem gab es intensive Gespräche zwischen dem Flughafen Wien-Schwechat und Kyjiw, um nach Kriegsende rasch Direktverbindungen zwischen beiden Städten anzubieten. Weiters gab es ein Treffen mit Anna Zamazeewa, Head of State Agency on Energy Efficinece and Engery Savinf of Ukraine” (SAEE), bei dem es um die Themen Energieeffizienz und erneuerbare Energie ging. Eine Abordnung aus dem Bahnbereich traf sich zu einem „Railroad“-Schwerpunkt bei der ukrainischen Staatsbahn. Zudem gab es die Möglichkeit für die Wirtschaftstreibenden individuelle Termine in Kyjiw wahrzunehmen und den Weg für Geschäftsbeziehungen zu ebnen.

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ecoplus-Aufsichtsratsvorsitzender Jochen Danninger, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Bürgermeister Vitali Klitschko und SECI-Exekutivkoordinator Michael Fazekas (v.l.n.r.)
ecoplus-Aufsichtsratsvorsitzender Jochen Danninger, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Bürgermeister Vitali Klitschko und SECI-Exekutivkoordinator Michael Fazekas (v.l.n.r.)© NLK BurchhartDownload (0.3Mb)

ecoplus-Aufsichtsratsvorsitzender Jochen Danninger, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Bürgermeister Vitali Klitschko und SECI-Exekutivkoordinator Michael Fazekas (v.l.n.r.)

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gedachte den ukrainischen Opfern.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gedachte den ukrainischen Opfern.© NLK BurchhartDownload (0.5Mb)

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gedachte den ukrainischen Opfern.

Unterzeichneten ein Memorandum of Understanding: Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Oblast Kyjiw-Governeur Mikola Kalaschnyk.
Unterzeichneten ein Memorandum of Understanding: Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Oblast Kyjiw-Governeur Mikola Kalaschnyk.© NLK BurchhartDownload (0.3Mb)

Unterzeichneten ein Memorandum of Understanding: Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Oblast Kyjiw-Governeur Mikola Kalaschnyk.

ecoplus-Aufsichtsratsvorsitzender Jochen Danninger, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Botschafter Arad Benkö am Kyjiwer Maidan, auf dem die ukrainische Bevölkerung ihrer Kriegsopfer gedenkt.
ecoplus-Aufsichtsratsvorsitzender Jochen Danninger, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Botschafter Arad Benkö am Kyjiwer Maidan, auf dem die ukrainische Bevölkerung ihrer Kriegsopfer gedenkt.© NLK BurchhartDownload (0.6Mb)

ecoplus-Aufsichtsratsvorsitzender Jochen Danninger, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Botschafter Arad Benkö am Kyjiwer Maidan, auf dem die ukrainische Bevölkerung ihrer Kriegsopfer gedenkt.

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