02.02.2026 | 10:36

Aktuelles vom niederösterreichischen Arbeitsmarkt Jänner 2026

Talsohle bei Arbeitslosigkeit noch nicht erreicht

Ende Jänner 2026 sind 58.908 Personen beim AMS in Niederösterreich arbeitslos vorgemerkt und damit um 3.582 oder 6,5 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Inklusive Schulungsteilnehmern- und teilnehmerinnen befanden sich 69.073 Personen in Niederösterreich auf Jobsuche (+6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Der Bestand an unselbständig Beschäftigten (geschätzt) in Niederösterreich liegt Ende Jänner bei 638.000 Personen. Davon waren 292.000 Frauen (+0,2 Prozent) und 346.000 Männer (-0,4 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet ein leicht rückläufiges Niveau (-0,1 Prozent).

Die Arbeitslosenquote liegt in Niederösterreich aktuell bei 8,5 Prozent und damit 0,5 Prozentpunkte über dem Wert im Vorjahr. Österreichweit beträgt die Arbeitslosenquote 8,8 Prozent (+0,3 Prozentpunkte).

„Auch zu Jahresbeginn 2026 steigt die Arbeitslosigkeit bedauerlicherweise weiter. Mit rund 58.908 arbeitslos vorgemerkten Personen bedeutet das ein Plus von 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – und damit liegt NÖ über dem österreichweiten Durchschnitt von +3,8 Prozent. Frauen sind mit einem Plus von 8,4 Prozent von steigender Arbeitslosigkeit stärker betroffen als Männer (+5,3 Prozent). Die schrittweise Erhöhung des Pensionsantrittsalter sorgt für ein steigendes Arbeitskräftepotenzial. Wir können dies einerseits an gestiegener Beschäftigung bei Frauen feststellen, aber auch in den Arbeitslosenzahlen ablesen. Frauen sind am Arbeitsmarkt gegenüber Männern weiter benachteiligt. Solange dies der Fall ist, ist die Mehrheit unserer finanziellen Fördermittel für Frauen reserviert“, erklärt AMS NÖ-Landesgeschäftsführerin Sandra Kern.

Die Zahl der arbeitslosen Personen hat sowohl bei Frauen (+8,4 Prozent bzw. +1.800) als auch bei Männern (+5,3 Prozent bzw. +1.782) zugenommen.

Ältere Personen ab 50 Jahre weisen ebenso eine Steigerung der Arbeitslosigkeit auf (+6,9 Prozent bzw. +1.314) wie Personen im Haupterwerbsalter (+5,7 Prozent bzw. +1.743). Am stärksten fällt der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen im Alter bis 24 Jahre mit einem Plus von 9,0 Prozent (auf 6.328 Personen) aus.

Nach Branchen steigt in der Warenherstellung (+10,6 Prozent bzw. +569), in den wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+10,1 Prozent bzw. +199), im Gesundheits- und Sozialwesen (+9,5 Prozent bzw. +135) und im Bau (+8,9 Prozent bzw. +817) die Arbeitslosigkeit überproportional stark. Hingegen steigt die Arbeitslosigkeit im Handel (+4,6 Prozent bzw. +419), in der Beherbergung/Gastronomie (+3,4 Prozent bzw. +148) und den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, v.a. Arbeitskräfteüberlassung und Gebäudebetreuung, (+3,3 Prozent bzw. +270) weniger stark als im Durchschnitt von NÖ.

„Der niederösterreichische Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin sehr dynamisch: Die Zahl der offenen Arbeitsplätze bleibt auf einem konstant hohen Niveau und liegt auch im Vergleich zu 2019 – also vor der Pandemie – weiterhin um 2,6 Prozent darüber. Besonders erfreulich ist, dass es trotz der derzeit angespannten Konjunktur gelungen ist, im vergangenen Jahr mehr beim AMS gemeldete Stellen erfolgreich zu besetzen als noch 2024 (+0,6 Prozent bzw. 466 Stellen). Das macht Mut und zeigt, dass sich für viele Menschen weiterhin neue berufliche Wege eröffnen. Damit diese Möglichkeiten bestmöglich genutzt werden können, setzt das Land Niederösterreich auf ein starkes Angebot an Qualifizierungs-, Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen. So werden Beschäftigte gezielt unterstützt, neue berufliche Wege einzuschlagen, ihre Fähigkeiten auszubauen und ihre Zukunftsperspektiven nachhaltig zu verbessern“, sagt Arbeitsmarkt-Landesrat Susanne Rosenkranz.

Aktuell sind 10.599 freie Stellen beim AMS gemeldet. Das sind um 17,5 Prozent weniger als im Jänner des Vorjahres. Am Lehrstellenmarkt zeigt sich mit insgesamt 892 offenen Lehrstellen ein Rückgang um 19,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Beinahe in allen Branchen geht die Anzahl der offenen Stellen zurück. Beispielsweise sind starke Rückgänge im Bereich der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (v.a. Arbeitskräfteüberlassung und Gebäudebetreuung) (-23,4 Prozent bzw. -741), Verkehr/Lagerei (-22,8 Prozent bzw. -133) sowie in der öffentlichen Verwaltung (-21,5 Prozent bzw. -153) zu beobachten.

Rückfragehinweis für die Redaktionen: AMS NÖ, Mag. Martina Fischlmayr; 0664/83 50 517

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