13.05.2026 | 11:48

Konsumentenschutz warnt vor Abzocke bei Haustürgeschäften

LR Rosenkranz: Im Jahr 2025 hatte Pro Konsument 120 Fälle geschädigter Konsumenten allein im Bereich Installateur und Elektriker

Informierten über Abzocken bei Haustürgeschäften: Isabella Mittelstrasser vom Verein Pro Konsument und Konsumentenschutz-Landesrätin Susanne Rosenkranz.
Informierten über Abzocken bei Haustürgeschäften: Isabella Mittelstrasser vom Verein Pro Konsument und Konsumentenschutz-Landesrätin Susanne Rosenkranz.© NLK PfefferDownload (1.8Mb)

Über illegale Praktiken bei Schlüsseldiensten und anderen Dienstleistern, die die Notlage von Menschen ausnutzen, informierte am heutigen Mittwoch Konsumentenschutz-Landesrätin Susanne Rosenkranz gemeinsam mit Isabella Mittelstrasser vom Verein Pro Konsument im Zuge einer Pressekonferenz in St. Pölten. „Viele Notdienste nutzen Notsituationen aus, eine Situation, bei der man in Stress gerät, und leicht Dinge eingeht, die man im normalen Leben vielleicht nicht machen würde“, sagte Landesrätin Susanne Rosenkranz und nannte Beispiele: „Die Türe fällt zu, das Türschloss lässt sich nicht mehr aufsperren, die Heizung fällt mitten im Winter aus, ein Wasserrohr bricht.“

Viele stünden in diesen Situationen unter Stress und würden schnelle Hilfe suchen. Rosenkranz warnte: „Bei Suchdiensten im Internet erscheinen oben oft bezahlte Anzeigen. Das sind nicht die besten Schlüsseldienste.“ Man könne wirklich schwer feststellen, „ob das Unternehmen seriös ist oder nicht. Hier beginnt schon die eigentliche Abzocke“, so die Landesrätin. Die Anfragen bei Pro Konsument seien in den letzten Jahren gestiegen: „Im Jahr 2025 hatte Pro Konsument 120 Fälle geschädigter Konsumenten allein im Bereich Installateur und Elektriker. Da reden wir noch nicht von den Schlüsseldiensten und schon gar nicht von der Dunkelziffer.“ Viele Geschädigte würden von Kosten von mehr als 1.000 Euro berichten. „Oft fallen teure Anfahrtskosten an, es fallen Nacht-, Feiertags- und Wochenendzuschläge an“, berichtete Rosenkranz. Oft würden Zusatzaufgaben erledigt, die man gar nicht brauche. Rückforderungen seien schwierig, weil es Firmen seien, „die bewusst Notsituationen ausnützen, die unseriös sind und die oft gar nicht mehr auffindbar sind – Briefkastenfirmen sozusagen“, so die Konsumentenschutz-Landesrätin. Besonders groß sei auch der Druck zur Barzahlung: „Auch hier mein Appell an jeden, der Notdienste kontaktiert, bitte lassen Sie sich niemals unter Druck setzen. Treffen Sie niemals spontane Entscheidungen, ein seriöser Betrieb drängt sie nicht.“

Auch Haustürgeschäfte seien ein Thema, berichtete Rosenkranz: „Gruppen oder einzelne Menschen läuten an und möchten gerne die Fassade oder Pflastersteine reinigen. Auch hier bitte um Vorsicht: Was zahle ich und welche Leistung bekomme ich dafür?“ Die Landesrätin betonte: „Wir lassen nicht zu, dass wenige schwarze Schafe eine ganze Branche in Misskredit bringen, denn es gibt sehr seriöse und gute Betriebe, heimische Betriebe, die gute Arbeit leisten.“

Isabella Mittelstrasser von Verein Pro Konsument gab Tipps zur Vermeidung von Abzocken. Die Konsumenten sollten zuerst überlegen: „Ist es wirklich ein Notfall oder kann das Problem vielleicht auf den nächsten Werktag warten?“, so Mittelstrasser. „Dann habe ich auch die Möglichkeit, zwei bis drei Vergleichsangebote von heimischen Unternehmen einzuholen.“ Man solle vorsorglich die Nummer eines geprüften regionalen Betriebs für den Notfall in das Handy einspeichern und bei einer Suche nicht unbedingt die erstgereihten Firmen auswählen. Vor der Auftragserteilung solle man laut der Expertin prüfen: „Wer steckt hinter dem Anbieter? Gibt es Bewertungen über die Firmen? Ist das Impressum vollständig und gibt es Firmennamen, Adresse, Kontaktdaten? Ist die Adresse in Österreich?“ Vorsicht sei bei 0800-Nummern und deutschen Call-Centern geboten. Man könne auch prüfen, ob die Firmen eine Gewerbeberechtigung hätten. „Und bevor man einen Auftrag erteilt, fragen Sie noch einmal ganz genau nach dem Preis. Seriöse Betriebe geben bereits am Telefon ganz transparent Auskunft“, so Mittelstrasser. Sollte die Kostenschätzung um mehr als zehn bis 15 Prozent überschritten werden, müssten die Betriebe auch Rücksprache halten, auch Wegzeit sei Arbeitszeit. „Sollten Sie sich über den Tisch gezogen fühlen, scheuen Sie keinesfalls davor zurück, die Polizei zu rufen“, erklärte die Expertin. Auch Prüfhilfen würden angeboten: „Etwa die Smartphone-App Mein Aufsperrdienst, die Homepage www.aufsperrdienst.at und eine rund um die Uhr erreichbare Hotline 0590 900 5599“, zählte Mittelstrasser genauso auf, wie die Homepage der Watchlist Internet.

Weitere Informationen: Büro LR Mag. Susanne Rosenkranz, Pressereferent Christoph Bathelt, M.A., Tel.: 02742 / 9005 – 13 797, E-Mail: christoph.bathelt@noel.gv.at

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„Viele Notdienste nutzen Notsituationen aus“, so Konsumentenschutz-Landesrätin Susanne Rosenkranz.
„Viele Notdienste nutzen Notsituationen aus“, so Konsumentenschutz-Landesrätin Susanne Rosenkranz.© NLK PfefferDownload (1.8Mb)

„Viele Notdienste nutzen Notsituationen aus“, so Konsumentenschutz-Landesrätin Susanne Rosenkranz.

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