13.02.2020 | 11:58

Jahresbilanz und Ausblick der Schuldnerberatung Niederösterreich

Teschl-Hofmeister, Königsberger-Ludwig: Institution bietet Hilfe zur Selbsthilfe

Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig,  Michael Lackenberger, Geschäftsführer der Schuldnerberatung Niederösterreich, und Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (v.l.n.r.) informierten über die Schuldnerberatung Niederösterreich.
Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig, Michael Lackenberger, Geschäftsführer der Schuldnerberatung Niederösterreich, und Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (v.l.n.r.) informierten über die Schuldnerberatung Niederösterreich.© NLK FilzwieserDiese Datei steht nicht mehr zum Download zur Verfügung. Bild anfordern

Seit 1990 bietet die Schuldnerberatung Niederösterreich überschuldeten Personen, Familien und Haushalten kostenlose Hilfe und Beratung an, um ihnen ein Leben ohne Schulden zu ermöglichen. Über die Entwicklungen im Jahr 2019 und über die weitere Vorgehensweise im Jahr 2020 informierten heute die Landesrätinnen Christiane Teschl-Hofmeister und Ulrike Königsberger-Ludwig gemeinsam mit Michael Lackenberger, Geschäftsführer der Schuldnerberatung Niederösterreich.

„Die Schuldnerberatung in Niederösterreich gibt es seit 30 Jahren“, sagte Teschl-Hofmeister. „Die Schuldnerberatung bietet den Betroffenen eine sehr wichtige Hilfe zur Selbsthilfe an. Es geht dabei vor allem darum, zu einer wirtschaftlichen Selbstständigkeit wieder zurückzufinden“, hob sie hervor. „Im Jahr 2019 ist die Durchschnittsverschuldung der Klientinnen und Klienten der Schuldnerberatung von etwa 101.000 Euro auf rund 103.000 Euro gestiegen. Die Anzahl der betreuten Personen hat sich von 4.300 und 4.400 erhöht. Der Großteil davon war zwischen 36 und 50 Jahre alt“, informierte die Landesrätin. Erfreulich sei, dass „die Anzahl der Folgeberatungsgespräche auf 8.057 gestiegen ist.“

Im Hinblick auf die Jugendlichen meinte Teschl-Hofmeister: „Die Jugendverschuldung steigt seit dem Jahr 2015 kontinuierlich an. Als Ursachen für diese Schulden gelten das Konsumverhalten, Einkommensverschlechterung, Arbeitslosigkeit, Wohnraumbeschaffung und gescheiterte Selbstständigkeit. Die Durchschnittsverschuldung in dieser Gruppe liegt bei fast 27.000 Euro.“ In diesem Zusammenhang wolle das Land Niederösterreich bei der Prävention ansetzen. Im Rahmen der ‚Jugendinfo‘ werde dieses Thema zukünftig bei Treffen mit Kindern und Jugendlichen stärker zur Sprache gebracht, kündigte sie an.

Landesrätin Königsberger-Ludwig meinte: „Die Verschuldung hat vielfältige Ursachen, bei Jugendlichen ist es das Konsumverhalten, bei Erwachsenen ist es der Arbeitsplatzverlust. Auch Scheidungen und Trennungen bringen Männer und Frauen in große finanzielle Probleme.“ Bei Männern würden oft auch Krankheiten die Gründe für Schulden sein, so die Landesrätin.

Zur Altersstruktur-Veränderung bei den Klientinnen und Klienten meinte Königsberger-Ludwig: „Ein größerer Anstieg bei den Beratungseinrichtungen ist bei Menschen ab dem 56. Lebensjahr zu verzeichnen“, sagte sie. „Etwa 28 Prozent aller Menschen, die bei der Schuldnerberatung Rat und Hilfe suchen, sind in einer Vollzeitbeschäftigung, fast zehn Prozent sind Pensionisten“ führte die Landesrätin weiter aus. „Schulden lösen oft auch Krankheiten aus. Viele Menschen nehmen leider oft zu spät dieses Hilfsangebot an“, so Königsberger Ludwig. „90 Prozent aller Klientinnen und Klienten sagen, dass die Kontaktaufnahme mit der Schuldnerberatung sehr unkompliziert war“, betonte sie. Bei der Schuldnerberatung werde professionell, schnell, individuell und vertraulich geholfen, führte die Landesrätin aus.

Geschäftsführer Lackenberger informierte: „23 Schuldnerberaterinnen und Schuldnerberater sind in Niederösterreich tätig. Auf eine Beraterin kommen 244 Klienten. Im Jahr 2019 sind 8.800 Erst- und Folgeberatungen sowie 26.700 schriftliche und telefonische Interventionen durchgeführt worden. Der jüngste Klient war 18 Jahre alt, der älteste Kunde hat ein Alter von 87 Jahren erreicht. Die aktuelle Wartezeit für ein Erstberatungsgespräch liegt im Durchschnitt bei 3,5 Wochen.“

Weitere Informationen: Büro LR Königsberger-Ludwig, Mag. Dr. Anton Heinzl, Telefon 02742/9005-12576, E-Mail anton.heinzl@noel.gv.at, bzw. Büro LR Teschl-Hofmeister, Mag. (FH) Dieter Kraus, Telefon 02742/9005-12655, E-Mail dieter.kraus@noel.gv.at.

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