Freiberufliche Ausübung der Gesundheitsberufe

Die beabsichtigte Aufnahme einer freiberuflichen Ausübung des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege und der gehobenen medizinisch-technischen Dienste bedarf einer Meldung an die Bezirksverwaltungsbehörde.

Neue Rechtslage ab 01. Juli 2018 Gesundheitsberuferegister-Gesetz - siehe weiter unten

Rechtslage bis 30. Juni 2018

Sowohl die freiberufliche Tätigkeit als auch die Tätigkeit in Einrichtungen, die nicht unter ärztlicher oder pflegerischer Leitung oder Aufsicht stehen, darf nur erfolgen, sofern der Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege zur freiberuflichen Ausübung des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege berechtigt ist.

Für die freiberufliche Ausübung ist ein Berufssitz in Österreich erforderlich. Berufssitz ist der Ort, an dem oder von dem aus die freiberufliche Tätigkeit regelmäßig ausgeübt wird.
Jeder freiberuflich tätige Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheit- und Krankenpflege hat einen oder höchstens zwei Berufssitze in Österreich zu bestimmen.
Jede Änderung des Berufssitzes ist der Bezirksverwaltungsbehörde anzuzeigen.

Für Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege, die freiberuflich oder in der Hauskrankenpflege tätig sind, besteht die Möglichkeit, einen Berufsausweis zu beantragen.
Es ist dafür ein Antrag an die auf Grund des Hauptwohnsitzes zuständige Bezirksverwaltungsbehörde zu stellen.

Wenn in unmittelbarem Zusammenhang mit der Genehmigung eine Praxisgründung im Rahmen der selbständigen Berufsausübung erfolgt und die Voraussetzungen des Neugründungs-Förderungsgesetz vorliegen, sind die AntragstellerInnen von Schriften und Amtshandlungen in Verfahren betreffend der Genehmigung der freiberuflichen Berufsausübung (§ 1 Ziffer 1 Neugründungs-Förderungsgesetz) von Stempelgebühren und Bundesverwaltungsabgaben befreit. 

Folgende medizinisch-technische Dienste dürfen freiberuflich ausgeübt werden (MTD-Gesetz):

  •   der physiotherapeutische Dienst
  •   der medizinisch-technische Laboratoriumsdienst
  •   der radiologisch-technische Dienst
  •   der Diätdienst und ernährungsmedizinische Beratungsdienst
  •   der ergotherapeutische Dienst
  •   der logopädisch-phoniatrisch-audiologische Dienst
  •   der orthoptische Dienst

Eine Berufsausübung in einem gehobenen medizinisch-technischen Dienst kann

  • im Dienstverhältnis zum Träger einer Krankenanstalt oder
  • im Dienstverhältnis zu sonstigen unter ärztlicher Leitung bzw. ärztlicher Aufsicht stehenden Einrichtungen, die der Vorbeugung, Feststellung oder Heilung von Krankheiten oder der Betreuung pflegebedürftiger Personen dienen, oder
  • im Dienstverhältnis zu freiberuflich tätigen Ärzten/Ärztinnen erfolgen. 


Freiberuflich nach dem Medizinischen Masseur- und Heilmasseurgesetz darf der Heilmasseur ausgeübt werden: 

Eine Berufsausübung als Heilmasseur kann

  • freiberuflich oder
  • im Rahmen eines Dienstverhältnisses zu einem Rechtsträger einer Krankenanstalt oder Kuranstalt oder
  • im Rahmen eines Dienstverhältnisses zu einem Rechtsträger einer sonstigen unter ärztlicher Leitung oder Aufsicht stehenden Einrichtung, die der Vorbeugung, Feststellung oder Heilung von Krankheiten oder der Betreuung pflegebedürtiger Menschen dienen oder
  • im Rahmen eines Dienstverhältnisses zu einem freiberuflich tätigen Arzt oder einer Gruppenpraxis oder
  • im Rahmen eines Dienstverhältnisses zu einem freiberuflich tätigen diplomierten Physiotherapeuten erfolgen. 

Freiberuflich nach dem Gesundheits- und Krankenpflegegesetz dürfen folgende Dienste ausgeübt werden:

  • Allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege
  • Kinder- und Jugendlichenpflege
  • Psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflege

Eine Berufsausübung im gehobenen Dienst für Gesundheits- und Kranken- pflege kann

  • freiberuflich
  • im Dienstverhältnis zu einer Krankenanstalt
  • im Dienstverhältnis zu sonstigen unter ärztlicher oder pflegerischer Leitung oder Aufsicht stehenden Einrichtungen, die der Vorbeugung, Feststellung oder Heilung von Krankheiten oder der Betreuung pflegebedürftiger Menschen dienen,
  • im Dienstverhältnis zu freiberuflich tätigen Ärzten, im Dienstverhältnis zu Einrichtungen oder Gebietskörperschaften, die Haus-krankenpflege anbieten, und
  • im Dienstverhältnis zu einer physischen Person erfolgen.

Neue Rechtslage ab 01. Juli 2018 Gesundheitsberuferegister-Gesetz:

Nach dem Gesundheitsberuferegister-Gesetz (GBRG) müssen

  • Angehörige der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe gemäß Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG), BGBl. I Nr. 108/1997 und
  • Angehörige der gehobenen medizinisch-technischen Dienste gemäß Bundesgesetz über die Regelung der gehobenen medizinisch-technischen Dienste (MTD-Gesetz), BGBl. Nr. 460/1992

ab 1.7.2018 vor Beginn der Berufsausübung die Eintragung ins Gesundheitsberuferegister beantragen. Die Registrierungspflicht gilt für die freiberufliche Tätigkeit, aber auch für die Berufsausübung in einem Dienstverhältnis.

Betroffene Berufsgruppen

  • Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin und diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger
  • Pflegefachassistentin und Pflegefachassistent (PFA)
  • Pflegeassistentin und Pflegeassistent(PA)
  • Physiotherapeutin und Physiotherapeut
  • Biomedizinische Analytikerin und Biomedizinischer Analytiker
  • Radiologietechnologin und Radiologietechnologe
  • Diätologin und Diätologe
  • Ergotherapeutin und Ergotherapeut
  • Logopädin und Logopäde
  • Orthoptistin und Orthoptist

Registrierungsbehörden

Übergangsbestimmungen für Berufsausübende

Berufsangehörige, die am 1. Juli 2018 bereits zur Ausübung eines von der Registrierung betroffenen Berufes berechtigt sind, haben bis 30. Juni 2019 Zeit, sich bei der für sie zuständigen Registrierungsbehörde zu registrieren.

Weitere Informationen

sind auf der Homepage des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK)veröffentlicht.


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Letzte Änderung dieser Seite: 14.5.2018
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