Restmüllanalyse 2018/19

Niederösterreichweite Erhebung der Zusammensetzung des Restmülls

In regelmäßigen Abständen wird die Zusammensetzung des Restmülls in NÖ untersucht. Aktuell wurde eine solche Analyse im Jahr 2018 und 2019 durchgeführt. 
Die Ergebnisse zeigen, dass im Restmüll noch ein hohes Potential an Wertstoffen vorhanden ist – beispielsweise sind 27,5 % des Restmülls Bio-Abfälle. Diese wären in der Biotonne oder am Hauskompost besser aufgehoben. Denn Kompostieren ist praktisch gelebter Klimaschutz und ein Paradebeispiel für eine Kreislaufwirtschaft. 

Nachstehende Grafik gibt Aufschluss über die genaue Zusammensetzung des Restmülls in Niederösterreich:

Restmüllzusammensetzung in Niederösterreich
Restmüllzusammensetzung in Niederösterreich© RU3


Umgerechnet auf die Gesamtjahresmenge an Restmüll in NÖ (rd. 232.000 Tonnen) bedeutet dies, dass jährlich rund 63.800 Tonnen biogene Abfälle, 26.400 Tonnen Kunststoffe, 9.900 Tonnen Glas oder 6.600 Tonnen Metalle über den Restmüll entsorgt werden. Eine Hochrechnung im Rahmen des NÖ Abfallwirtschaftsplan 2018 hat ergeben, dass jährlich Wertstoffe im Ausmaß von über 3 Millionen € im Restmüll landen und anschließend auch noch teuer entsorgt werden müssen.


Warum Mülltrennung wichtig ist

Die Geschichte der modernen Abfallwirtschaft in NÖ begann vor etwa 30 Jahren: Damals wurden nur 13 % der anfallenden Abfälle getrennt gesammelt und recycelt. Der Rest wurde in einer der 20 Mülldeponien entsorgt - diese verfügten zu diesem Zeitpunkt über teils dramatisch knappe Restkapazitäten. Gebot der Stunde war, eine neue nachhaltige Abfallstrategie zu etablieren. Es erfolgten die Einführung der flächendeckenden Mülltrennung sowie die Gründung der NÖ Umweltverbände. Mit dem Beginn der Müllverbrennung wurde zudem eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Lösung für nicht verwertbare Abfälle geschaffen. Die entwickelte Transportlogistik stellt seither sicher, dass der Großteil des Mülls per Bahn transportiert wird. Heute werden 62 % der Abfälle aus den NÖ Haushalten einem Recycling zugeführt. Eine Deponierung von unbehandeltem Hausmüll findet in NÖ nicht mehr statt.


Bio-Abfall und Grünschnitt

Abfälle aus der Biotonne oder vom Grünschnittsammelplatz werden in NÖ in einer der 82 Kompostanlagen aufbereitet. Dort werden aus Abfällen qualitätsgesicherten Komposte hergestellt und beispielsweise wieder für Landwirtschaft oder Landschaftspflege eingesetzt.

Etwa 44 % der NÖ Haushalte verfügen zudem über einen eigenen Komposthaufen und nehmen die Herstellung des Düngers für den Garten selbst in die Hand. Durch den Einsatz von Kompost wird CO2 als Kohlenstoff im Boden gebunden. Kompostieren ist also praktisch gelebter Klimaschutz und ein Paradebeispiel für eine Kreislaufwirtschaft.  

TIPP: Häufig landen Speisereste und verdorbene Lebensmittel, trotz eigenem Komposthaufen, in der Restmülltonne. Diese könnten jedoch unbedenklich mitkompostiert werden (z.B. im inneren des Komposthaufens). Wer das nicht möchte, sollte über eine Biotonne nachdenken – denn im Restmüll geht das ökologische Potential der biogenen Abfälle leider verloren.


Kunststoffe

Etwa 1/3 der Kunststoffabfälle in Österreich stammen von Verpackungen. Das sind u.a. Produkte wie Getränkeflaschen, Folien oder Joghurtbecher. Getrennt gesammelte Kunststoffverpackungen (z.B. Gelber Sack / Gelbe Tonne) werden in Sortieranlagen nach Kunststoffarten getrennt und nach Möglichkeit stofflich verwertet. So werden beispielsweise PET-Flaschen nach der Sortierung zerkleinert, gewaschen und zu Granulat für neue Produkte verarbeitet. Der Wiedereinsatz von Kunststoffen spart Primärressourcen und CO2 in der Produktion. Etwa 37 % der in NÖ getrennt gesammelten Verpackungen können wieder für die Produktion von Kunststoffen eingesetzt werden. Bis 2030 soll dieser Wert jedoch noch deutlich gesteigert werden (auf 55 %). Gleichzeitig sollen einige der häufigsten Einweg-Plastikprodukte aus dem Verkehr gezogen werden (z.B. Sackerl, Besteck, Teller). Nähere Informationen dazu siehe auch plastikfit.at

MÜLL-MYTHOS: 
Der Mythos, dass Plastik dem Restmüll zugefügt wird um den Heizwert zu erhöhen ist nicht korrekt. Restmüll hat einen Brennwert der mit Braunkohle vergleichbar ist und verbrennt selbstständig. Nur die getrennte Sammlung ermöglicht eine stoffliche Verwertung von Kunststoffen.


Metalle

Die getrennte Sammlung von Metallen, wie Aludosen oder Stahlschrott sind weitere Beispiele dafür, welche positiven Umwelteffekte durch die Abfallwirtschaft erzielt werden können. Der Einsatz von recycelten Aluminium oder Stahl spart bei der Produktion über 80 % der klimarelevanten Emissionen. In NÖ werden jährlich über 26.000 Tonnen Metalle aus Haushalten gesammelt und dem Recycling zugeführt. Das entspricht in etwa der gleichen CO2-Einsparung, wie 35.000 Autos von der Straße zu nehmen.


Glas

Besonders etabliert ist auch der Wiedereinsatz von Sekundärrohstoffen bei der Glasherstellung – denn Altglas kann beliebig oft eingeschmolzen werden. Bei der Herstellung von Glasverpackungen werden aktuell zwischen 50 - 90 % Altglas eingesetzt. Voraussetzung, dass aus den über 40.000 t Altglas aus den NÖ Haushalten wieder hochwertiges Glas entstehen kann, ist jedoch die richtige Farbtrennung (Weiß- und Buntglas).


Details Restmüllanalyse 2018/2019

Für die Auswertung wurden 502 Proben mit 8.422 kg Probenmasse aus Restmülltonnen aus ganz NÖ untersucht. Die Planung der Stichprobe und Probenahme erfolgte durch die Universität für Bodenkultur. Auswertung und Erstellung des Berichts erfolgte durch Technisches Büro Hauer Umweltwirtschaft GmbH. Die Abfallanalysen wurden in einer ARGE mit der Pulswerk GmbH und der FHAnalytik GmbH durchgeführt.


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Letzte Änderung dieser Seite: 20.12.2019
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