Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung – Covid 19-Notfallmaßnahmen

Information für Anlagenbetreiber, Gemeinden und Verbände           

Durch die derzeitige Situation auf Grund des Corona-Virus können Notfälle eintreten, die man grob folgendermaßen gliedern kann:

  1. Betriebsmittel gehen aus oder Ersatzteile fehlen und der Standard-Lieferant kann nicht liefern
  2. Dringende Reparaturen sind erforderlich, die nicht mit Eigenpersonal erledigt werden können
  3. Personal fällt aus

A Betriebsmittel gehen aus, Ersatzteile fehlen

Wenn die Versorgung durch die üblichen Lieferanten nicht möglich ist, können durch Umfrage bei anderen Betreibern eventuell Ersatz-Lieferanten gefunden werden.

Teilnehmer an Kanal- und Kläranlagennachbarschaften können dazu im Kläranlagenportal die Kontaktdaten benachbarter Anlagen (Adressen, Namen und meistens auch Handynummern des Betriebspersonals) über die Anlagendaten abfragen. Auch eine Abfrage gefiltert nach Anlagengröße und Anlagentyp ist möglich, um bei speziellen Fragen zu einem spezifischen Anlagetyp Hilfe zu bekommen.

Andere Betreiber werden sich primär an benachbarte Gemeinden wenden oder bestehende Kontakte zu Betriebspersonal anderer Anlagen (z.B. aus Seminaren etc.) nutzen.

Wenn dies nicht zum Erfolg führt, kann bei Wasserversorgungsanlagen die EVN Wasser GmbH kontaktiert werden. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten bietet sie gerne ihre Unterstützung an. Kontaktperson bei EVN Wasser ist Herr Ing. Helmut Brandl, erreichbar unter +43 664 6000663025 oder helmut.brandl@evnwasser.at.

Auch das Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Siedlungswasserwirtschaft bietet organisatorische Unterstützung an, um weitere Kontakte zu vermitteln.
Ansprechpersonen unserer Abteilung sind   

im Bereich Wasserversorgung:

                   Dipl.-Ing. Christian Obrecht, Tel. 02742 / 9005 - 14073

                   Dipl.-Ing. Johannes Schallamon, Tel. 02742 / 9005 - 10747

Im Bereich Abwasserentsorgung:   

                   Dipl.-Ing. Andreas Gottschall, Tel. 02742 / 9005 - 10456

                   Dipl.-Ing. Franz Schneider, Tel. 02742 / 9005 - 10659

Wenn gar keine Lieferung erfolgen kann, besteht vielleicht die Möglichkeit, von einer anderen Anlage Material beziehen zu können. Bei Fällmitteln ist auf Grund der problematischen Eigenschaften allerdings von einem nicht-professionellen Transport abzuraten. 

Aufrechterhaltung der Funktion

Man kann auch überlegen, ob die Betriebsmittel bzw. Ersatzteile kurzfristig erforderlich sind oder ob im Sinne eines Notbetriebs eine Weile auf die betroffenen Anlagen bzw. Funktionen verzichtet werden kann. Eventuell können weniger kritische Anlagenteile außer Betrieb genommen werden, um dadurch Ersatzteile für kritische Anlagen zu erhalten.

Bei Abwasseranlagen wären im Regelfall die Anlagen bzw. Funktionen nach folgender Priorität zu gewährleisten:

  1. Ableitung der Abwässer (Verstopfungen der Kanalisation müssen beseitigt werden),
    Pumpwerke (vor allem, wenn bei „Übergehen“ eine akute Gewässergefährdung oder die Überflutung von Siedlungsgebiet zu befürchten sind),
    Biologische Reinigung (Kohlenstoff)
  2. Nitrifikation bei sensiblen Gewässern (Fischgiftigkeit)
  3. Phosphor-Entfernung, Stickstoff-Entfernung
  4. Eigenüberwachung der ARA (die nicht zur Betriebssteuerung der obigen Punkte nötig ist)
  5. Schlammentwässerung, -entsorgung (solange die Kapazität der Zwischenspeicherung ausreicht)     

Kann durch einen – nicht kurzfristig behebbaren – Ausfall von Anlagen oder Teilen davon der Konsens der Abwasseranlage nicht eingehalten werden, ist die zuständige Wasserrechtsbehörde davon zu informieren.

Bei Wasserversorgungsanlagen wäre wegen der gesundheitlichen und lebensmittelrechtlichen Anforderungen hinsichtlich solcher Überlegungen die zuständige Stelle der Trinkwasseraufsicht zu kontaktieren. 

B Dringende Reparaturen

Dringende Reparaturen sollten mit Notdiensten von Firmen möglich sein. Wenn der übliche Geschäftspartner keinen eingerichtet hat, kann mit den unter Punkt A genannten Quellen vielleicht eine andere Firma gefunden werden.

Auch Mithilfe durch Personal von anderen Betreibern ist denkbar, da das Betriebspersonal sehr oft aus handwerklichen Berufen kommt.

Die Dringlichkeit von erforderlichen Reparaturen kann entsprechend den obigen Prioritäten festgelegt werden. 

C Personal fällt aus

Es kann sein, dass Betriebspersonal im Bereich Wasserversorgung oder Abwasserentsorgung direkt betroffen ist (durch Quarantäne oder Infektion) und daher nicht mehr in vollem Umfang zur Verfügung steht.

Durch die getroffenen Präventionsmaßnahmen (vor allem hinsichtlich Kontaktvermeidung und Personaltrennung) sollte es möglich sein, auch einen Notbetrieb durch eige- nes Personal zu gewährleisten - im Extremfall durch kurzfristig eingeschulte oder telefonisch angeleitete Bedienstete des Bauhofs etc.  

Im Übrigen könnte versucht werden, über den unter Punkt A genannten Personenkreis Aushilfe für einen Notbetrieb zu erhalten:

  • Benachbarte Gemeinden
  • Bekanntes Betriebspersonal von Anlagen der Umgebung
  • Kanal- und Kläranlagennachbarschaften
  • Abteilung Siedlungswasserwirtschaft

Um immer einen Überblick über den aktuellen Stand in diesen Bereichen zu haben, ersuchen wir bei Personalausfall folgende Informationen dem Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Siedlungswasserwirtschaft (post.wa4@noel.gv.at) zu übermitteln:

  • Wie viele Personen sind betroffen
  • Kann der Anlagenbetrieb mit eigenem Personal aufrechterhalten werden
  • Wenn nicht – wie wird er gewährleistet

Trotz entsprechender Vorkehrungen für einen allfälligen Notbetrieb kann es zu einem "kompletten Ausfall" von Schlüsselpersonal im Bereich der Wasserver- oder Abwasserentsorgung kommen. In diesem Zusammenhang wird auf die aktuelle Empfehlung des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz vom 12.11.2020 zum Umgang mit Kategorie 1 Kontaktpersonen bei versorgungskritischem Schlüsselpersonal hingewiesen.

In diesem Fall ist es aufgrund der genannten Empfehlung denkbar, dass versorgungs- kritisches Schlüsselpersonal bei Wasserver- und Abwasserentsorgungsanlagen trotz einer Klassifizierung als Kategorie 1 Kontaktperson am Arbeitsplatz eingesetzt wird. Diese Empfehlung gilt jedoch NUR für tatsächlich versorgungskritisches Personal und nicht automatisch für alle Mitarbeiter im Bereich der Wasserver- und Abwasserentsorgung. Ein beruflicher Einsatz am Arbeitsplatz trotz Klassifizierung als Kategorie I Kontaktperson kann nur angedacht werden, wenn diese Personen dort als absolut unentbehrlich angesehen werden und durch deren Abwesenheit unabwendbarer Schaden entsteht.

Der zuständigen Gesundheitsbehörde ist bekannt zu geben, dass es sich um versorgungskritisches Personal handelt. Die Maßnahmen zur Risikominimierung gemäß Empfehlung des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz vom 12.11.2020 sind einzuhalten.

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Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Siedlungswasserwirtschaft
Landhausplatz 1, Haus 7a 3109 St.Pölten E-Mail: post.wa4@noel.gv.at 
Tel: 02742/9005-14421
Fax: 02742/9005-14090
Letzte Änderung dieser Seite: 1.12.2020
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