Neuartiges Coronavirus (SARS-CoV-2)

Notrufnummern, Verhalten im Verdachtsfall, Vorbeugung

Telefonische Beratung bei Corona-Verdachtsfällen: 1450

Notruf NÖ: 144

AGES-Infoline Coronavirus: 0800 555 621

Wann liegt ein Verdachtsfall vor?

Ein Verdachtsfall kann vorliegen

  • bei jeder Form einer akuten respiratorischen Infektion (mit oder ohne Fieber) mit mind. einem der folgenden Symptome, für das es keine andere plausible Ursache gibt: Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit, Katarrh der oberen Atemwege, plötzlicher Verlust des Geschmacks-/Geruchssinnes

  • bei entsprechenden diagnostischen Befunden (z.B. laborchemische Parameter und/oder radiologischer Befund) und/oder infektionsepidemiologischen Hinweisen (z.B. vorangegangener Kontakt mit einem SARS-CoV-2-Fall, regionale Virusaktivität jener Gebiete, in denen sich die betroffene Person in den vergangenen 14 Tagen aufgehalten hat), die in Kombination mit der klinischen Symptomatik zu einem dringenden ärztlichen Verdacht auf das Vorliegen von COVID-19 führen, auch mit anderen klinischen Kriterien und Symptomen als den oben genannten (z.B. Erbrechen, Durchfall)

Empfehlungen für das Verhalten im Verdachtsfall

Bei Zutreffen oben genannter Kriterien soll unverzüglich bei der Gesundheitsnummer 1450 oder in schweren Fällen bei Notruf NÖ 144 unter Hinweis auf die gegebenen Umstände eine Meldung erfolgen.


Symptome

Die typischen klinischen Symptome einer Infektion mit SARS-CoV-2 umfassen nach derzeitigem Stand 

  • Fieber,
  • Husten,
  • Atembeschwerden und
  • Kurzatmigkeit
  • vorübergehenden Verlust des Geruchssinns.

Schwerere Erkrankungen verlaufen als Pneumonie, akutes Lungenversagen (acute respiratory distress syndrome, ARDS), Nierenversagen oder in wenigen Einzelfällen tödlich, großteils sind die Krankheitsverläufe jedoch mild bis moderat.

Eine zugelassene spezifische Therapie oder ein Impfstoff existieren derzeit nicht. Die Therapie erfolgt somit abhängig von der Schwere der Erkrankung symptomatisch.

Wie kann man sich schützen?

Soziale Kontakte sind auf ein Minimum zu reduzieren. Ein Mindestabstand von ein bis zwei Metern zu haushaltsfremden Personen soll eingehalten werden.

Das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS) oder eines anderen geeigneten Mund-Nasen-Schutzes (Tuch, Schal) ist in allen geöffneten Geschäften und in öffentlichen Verkehrsmitteln verpflichtend. Diese schützen zwar nicht den Träger vor einer Infektion, sind aber dienlich zur Vermeidung der Weitergabe einer Infektion an andere Personen.

Wie auch bei anderen infektiösen Erkrankungen (z.B. Influenza), kann durch gesteigerte und sorgfältige Händehygiene das Ansteckungsrisiko verringert werden. Beim Niesen und Husten sollten Mund und Nase mit einem Taschentuch bedeckt werden um eine Weiterverbreitung zu verhindern. Dieses sollte nach einmaliger Verwendung sofort entsorgt werden.

Bei Anzeichen einer Erkrankung sollte das Haus nicht verlassen werden. Das Gesicht und vor allem Mund, Nase, Augen sollten nicht mit den Fingern berührt werden.
Wohnräume sollen regelmäßig gelüftet werden.


Reisende in betroffene Gebiete sollten sich auf den Internet-Seiten des Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres über Reisebeschränkungen informieren und die empfohlenen Hygiene- und Verhaltensregeln einhalten. Beim Aufenthalt in betroffenen Gebieten sollte ein enger Kontakt zu erkrankten Personen und zu Tieren vermieden werden. 

Einschätzung durch die Behörden

Die Europäische Gesundheitsbehörde ECDC hat zuletzt mit Stand 08.04.2020 eine Risikoeinschätzung veröffentlicht. Das Risiko für verbreitete und anhaltende COVID-19 Übertragung wird als mäßig für die Allgemeinbevölkerung und als sehr hoch für ältere Erwachsene und Personen mit chronischen Grundleiden eingestuft.

Hintergrund

Am 31.12.2019 berichtete die städtische Gesundheitskommission von Wuhan erstmals über einen Ausbruch von Pneumonien in der chinesischen Metropole Wuhan, Provinz Hubei in China. Der Ausgangspunkt des SARS-CoV-2-Ausbruchs scheint ein am 01.01.2020 geschlossener Fischmarkt in Wuhan zu sein, wo außer Fischen auch andere Tiere wie Geflügel, Fledermäuse und andere Wildtiere verkauft werden.

Erreger

Als Auslöser dieser Virus-Pneumonien wurde am 07.01.2020 das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 identifiziert.

Das Virus gehört wie MERS-CoV und SARS-CoV zu den β-Coronaviren. β-Coronaviren verursachen zoonotische Infektionen, d.h. die Viren überschreiten eine Speziesbarriere, werden also von Tieren auf Menschen übertragen und können beim Menschen mild bis schwer verlaufende Infektionen, meist der Atemwege, auslösen.

In Zusammenhang mit der ursprünglichen Häufung von Pneumonien bei Aufenthalt bzw. Tätigkeit auf dem Fischmarkt in Wuhan gelten Mensch-Tier-Kontakte als Quelle für das neue SARS-CoV-2 als gesichert, wobei die genaue Quelle nach wie vor ungeklärt ist. Durch Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist kam es zu einer globalen Ausbreitung, die WHO stuft die Verbereitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 seit 11.03.2020 als Pandemie ein.

Erkrankungen treten mittlerweile weltweit auf. Als Risikogebiete gelten Gebiete, in denen eine fortschreitende Übertragung von Mensch zu Mensch angenommen werden kann. Die aktuell definierten Risikogebiete finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Die Einschätzung der Risikogebiete basiert auf Kriterien wie Erkrankungshäufigkeiten, Dynamik der Fallzahlen, Maßnahmen, Zahl exportierter Fälle in andere Regionen, usw. und wird täglich evaluiert.

Die aktuellen Zahlen sind auf der Website des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten abrufbar.

Aktuelle Informationen zum Geschehen sowie aktualisierte Risikoeinschätzungen bzw. Dokumente werden zeitnah auf den RKI Internetseiten veröffentlicht. 

Umbenennung von Krankheit und Erreger

Am 11.02.2020 verlautbarte die WHO einen offiziellen Namen für die Erkrankung: COVID-19 (coronavirus disease 2019). Die Bezeichnung für den Erreger wurde von 2019-nCoV auf SARS-CoV-2 geändert.

Nachweis

Die Labordiagnose bei klinischem Verdacht wird molekularbiologisch mittels PCR gestellt. Als Untersuchungsmaterial sind Blut, Sputum bzw. Bronchialsekret geeignet.

Die mitunter offensiv beworbenen Corona-Schnelltests basieren auf dem Nachweis von Antikörpern. Da Antikörper aber erst ein bis zwei Wochen nach Exposition mit dem Virus in ausreichendem Maße vom Körper gebildet werden sind diese Tests nicht dafür geeignet, die Weiterverbreitung der Infektion zu verhindern da diese Tests in der Regel zum Zeitpunkt der höchsten Ansteckungsgefahr noch negativ ausfallen.

AGES-Infoline Coronavirus: 0800 555 621 (bei allgemeinen Fragen; 7 Tage in der Woche, 0-24 Uhr)
Bei Verdachtsfällen mit Corona-Symptomen die Gesundheitsberatung 1450 


Aktuelle Informationen (inkl. Fachinformationen und Gesundheitspersonal):

Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz:
AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)
RKI (Robert-Koch-Institut)

Seitens der WHO (Weltgesundheitsorganisation) wurden folgende unterstützende Dokumente erstellt, die auf der Website der WHO abrufbar sind:

  • Surveillance case definitions for human infection with novel coronavirus (nCOV)
  • Infection prevention and control during health care when novel coronavirus (nCoV) infection is suspected
  • Clinical management of severe acute respiratory infection when novel coronavirus (nCoV) infection is suspected

Weitere aktuelle Informationen sind auch auf der Website der ECDC (Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten)abrufbar.

Ihre Kontaktstelle des Landes

Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Gesundheitswesen
Landhausplatz 1, Haus 15B 3109 St. Pölten
E-Mail: post.gs1@noel.gv.at
Tel: 02742/9005-12906
Fax: 02742/9005-12875   
Letzte Änderung dieser Seite: 22.4.2020
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